Internationales Jugendtreffen an der KGS soll fortgeführt werden

Das multilaterale Austauschprojekt „Eureka! Schulen in globalem Dialog“ vernetzt zum gegenwärtigen Zeitpunkt vier Schulen mit unserer KGS: Das Lyzeum Mariupol (Ukraine), die Deutsche Schule Hurlingham, Instituto Cultural Roca (Buenos Aires, Argentinien), die Chogoria Girls High School (Kenia) und die SMAN 1 PURI, Mojokerto (Ost-Java, Indonesien). Eines der Hauptziele dieses Treffens ist die Friedensarbeit, wobei sich die Projektziele am vierten Ziel der Agenda 2030 der UNO und am UNESCO-Programm Global Citizenship Education orientieren. Auch versteht sich die Projektarbeit im Rahmen der Vernetzung der Schulen als Bildung im Rahmen globaler Entwicklung, m. a. W. als globales Lernen über weltumspannende Themen, in deren Horizont die Schülerinnen und Schüler ihre zukünftige Weiterbildung und Berufsorientierung verorten. Das vom Pädagogischen Austauschdienst (PAD) im Rahmen der Initiative „Schulen: Partner der Zukunft“ (PASCH) und von der Stiftung West-Östliche Begegnungen unterstützte Treffen zum Thema „Klima, Energie, Menschenrechte“ ist in seiner Größe das erste multilaterale Austauschprojekt, das eine deutsche Schule mit Schulen des globalen Südens durchgeführt hat.

 

 

 

 

Das diesjährige Projekt nahm seinen Auftakt in Berlin: Zusammen mit den NROs TERRE DES FEMMES und OXFAM wurden Seminare zu den Themen Klimawandel, Frauenrechte und globale Gerechtigkeit veranstaltet, in denen die ganze Bandbreite der Erfahrungen aus vier Kontinenten zur Sprache kam. Bundesgeschäftsführerin Christa Stolle von TDF und Oxfamleiter Jörg Kalinski empfingen die Gäste im Haus der Psychologie und präsentierten ein rundum gelungenes Bildungsangebot zu den Themen des Projektes. Ein Besuch beim Bundestag und beim Auswärtigen Amt, wo die Gruppe von Staatsministerin Maria Böhmer empfangen wurde, gaben diesem Auftakt und dem Treffen einen spürbar politischen Akzent. Die Einladung der Schulen zum 10jährigen PASCH-Jubiläum wurde von Frau Bennemann, Leiterin des Referats für Netzwerk Deutsch und der Partnerschulinitiative beim Auswärtigen Amt, in Aussicht gestellt.


Nach der Berlinfahrt tagten die ukrainischen, argentinischen, kenianischen und indonesischen Schüler und Lehrer zusammen mit den deutschen Gastgebern in einem Schullandheim auf Wangerooge und arbeiteten gemeinsam an dem zentralen Thema einer friedlichen und menschenwürdigen Zukunft. Spiele, Präsentationen und szenische Aktionen im Haus und am Strand dienten der Verständigung in der Gesamtgruppe mit dem Ziel einer gemeinsamen Vision, auf welche Weise das Netzwerk der Schulen nachhaltig gesichert und der gemeinsame Dialog unter den Schülern weiter geführt wird. Die Bremer Moderatoren Elisabeth Schindler und Samuel Njiki, der aus Kamerun stammt, zeigten ihre Erfahrung und ihr Geschick, internationale Gruppen in einen aktiven Austausch zu bringen, und das mit großem Erfolg: Das Wort „internationale Familie“ machte die Runde, die Schüler präsentierten konkrete Ziele und Maßnahmen zukünftiger Zusammenarbeit, ein gemeinsames Ethos von Respekt und Toleranz wurde selbstbewusst von den Gruppen eingefordert.

Das globale Lernen zu den Fragen des Klimaschutzes und der Energiewende wurde wenige Tage später als letzter Programmpunkt der Austauschbegegnung im EEZ Aurich vertieft. Die internationalen Gruppen setzten sich intensiv mit der Energieversorgung in ihren Ländern auseinander, und der NABU führte die Gruppe ins Hochmoor bei Moordorf: Die Schüler lernten, dass Moore in besonderem Umfang zum Klimaschutz beitragen, da sie sehr viel Kohlendioxid speichern.

Vor der Abreise der Schüler/innen und Lehrer/innen zurück nach Argentinien, Indonesien, Kenia und die Ukraine veranstaltete die KGS ein „Fest der Kulturen“, zu dem alle beteiligten Schüler, Eltern und Lehrkräfte geladen waren. „Wie sind stolz darauf, dass sich an unserer Schule Menschen verständigt, zusammen gelernt und sogar sich angefreundet haben, die aus sehr verschiedenen Kulturen kommen und den Mut hatten, aus vier Kontinenten rund um die Welt die lange Anreise auf sich zu nehmen,“ sagt Schulleiter Uwe Brauns in seiner Ansprache. „Unsere Schüler werden sich nach der Schule nicht mehr an alles erinnern, was in Schule so passiert ist. Dieses Ereignis werden sie aber nie vergessen.“ Brauns bedankte sich bei den Eltern, welche 20 Tage lang sich als Gastfamilien zur Verfügung gestellt hatten. Viele Wittmunder waren dem Spendenaufruf des Fördervereins gefolgt, der Landkreis, die Stadt Wittmund und zahlreiche Förderer aus der Wittmunder Öffentlichkeit hatten sich engagiert, um die Anreise und den Aufenthalt der Gäste zu ermöglichen.

Hatte die ganze Gruppe noch am Tag zuvor beim gemeinsamen Klettern im Auricher Kletterwald unter Beweis gestellt, dass alle zu einem starken Team zusammengewachsen sind, waren die Schüler um so mehr am letzten gemeinsamen Abend unzertrennlich: Der Film, der während des Jugendtreffens gedreht und gerade noch fertig geschnitten wurde, erhielt zustimmenden Applaus. Die indonesische Gruppe führte einen rituellen Begrüßungstanz aus Sumatra auf, die kenianischen Schülerinnen sangen afrikanische Lieder, die Ukrainer zeigten Volkstänze und sangen Chansons, während eine Schülerin Ballett tanzte, und die argentinische Gruppe animierte mit ihrem Formationstanz schließlich alle zum ausgelassenen Feiern.

 


 

 

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